Geld spruchreif: Das steckt hinter unseren Redewendungen – Teil 3

Geld spruchreif: Das steckt hinter unseren Redewendungen – Teil 3

21.12.2017

Geld regiert die Welt – und unsere Sprache: Achten Sie mal darauf, wie viele Redewendungen sich um den schnöden Mammon drehen. Ohne Moos ist eben nix los. Doch wussten Sie, dass hinter vielen Sprichwörtern historische Geschichten und Anekdoten stecken? In unserer Mini-Serie lassen wir Erklärungen für die Herkunft verschiedener Geldsprüche springen. Dritter und letzter Teil: Religion und Kultur. Den ersten Teil („Bares wortwörtlich“) und zweiten Teil („Gesellschaft und Wirtschaft“) finden Sie hier.

1. Schnöder Mammon

„Ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Mammon“, sagt Jesus in der Bibel. Der Begriff „mamonas“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet Reichtum. Allerdings verzichteten die Bibelschreiber darauf, das Wort zu übersetzen – so hat es sich in den Köpfen der Menschen verankert. Eine Person, der vorgeworfen wird, es gehe ihr nur um den schnöden Mammon, gilt heutzutage als materialistisch eingestellt und besonders geizig. 

2. Taler, Taler, du musst wandern

Kennen Sie diesen Spruch noch aus Ihrer Kindheit? Er stammt aus einem Spiel: Die Kinder stehen im Kreis, eines hält zwischen seinen Handflächen ein Geldstück versteckt. Ein weiteres steht außerhalb des Kreises und muss erraten, an wen der Taler während des Singens heimlich weitergegeben wurde. Abseits des Kinderspiels kennen besonders Unternehmer den Ausspruch: Nur wenn Geld bewegt wird, kann der Unternehmer Umsatz machen. 

3. Zeit ist Geld

Diesen berühmten Satz hat Benjamin Franklin (1706-1790) geprägt. Franklin war nicht nur Verleger, Schriftsteller, Naturwissenschaftler und Erfinder (unter anderem des Blitzableiters), sondern auch einer der Gründerväter der USA. Das Zitat stammt aus seinem Buch „Ratgeber für junge Kaufleute“. Darin ermahnt der Staatsmann: “Remember, that time is money.”



4. Ohne Moos nix los

Der Begriff Moos stammt von dem hebräischen Wort für Münze: „moath“. Moos ist etwas Weiches und Bequemes – und wenn es in großer Menge vorhanden ist, kann daraus ein besonders angenehmes Polster entstehen. Aufs Geld übertragen also ein finanzielles Polster. Spätestens mit Gunter Gabriels Song „Ohne Moos nix los“ (hier bei YouTube reinhören) ist die Redewendung in der breiten Bevölkerung bekannt geworden. 

5. Es ist nicht alles Gold, was glänzt

William Shakespeare hat in seinem Stück „Der Kaufmann von Venedig“ Ende des 16. Jahrhunderts diese Redensart verwendet: „Nicht alles, was glänzt, ist Gold, / Oft hast du das sagen hören – / Manch einer hat sein Leben verkauft, / Nur mein Äußeres zu sehen. / Vergoldete Gräber umschließen Würmer. / Wärst du so weise wie kühn gewesen, / Jung in den Gliedern, alt im Urteil, / So wäre deine Antwort nicht aufgeschrieben gewesen – / Leb wohl, deine Werbung ist kalt.“

6. In den Sand setzen

Der Ausdruck bedeutet, etwas durch eigenes Verschulden zu verlieren oder keinen Erfolg zu haben. Das Sprichwort hat allerdings nichts mit Meer und Strand zu tun, sondern stammt aus dem Mittelalter: Bei großen Turnieren galt es, den Gegner vom Pferd zu stoßen – hinunter auf den Sandboden. Der Verlierer hat sich also in den Sand gesetzt. 

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