Kleines Geld mit großer Bedeutung

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Slowenien – etwas Abwechslung gefällig?

01.09.2017

Münzsammler sind immer auf der Jagd nach seltenen Stücken. Je nach Interesse haben sie es auf Gedenkmünzen, Fehlprägungen oder andere Raritäten abgesehen. Bevor man auf die Suche nach fremden Währungen geht, lohnt es sich jedoch, Euro-Münzen genauer unter die Lupe zu nehmen. Zum Abschluss unserer Sommerserie zu den Münzen der verschiedenen Euro-Ländern nehmen wir als letztes die von Slowenien genauer unter die Lupe:

Slowenien – etwas Abwechslung gefällig?

Nicht nur Bergsteiger kommen in Slowenien auf ihre Kosten – auch für Natur- und Kulturliebhaber ist einiges geboten: ein enormer Artenreichtum, spektakuläre Grotten, Höhlen und Wasserfälle, aber auch Thermen, Heilbäder und belebte Städte. So vielfältig wie das kleine Land mit seinen gut zwei Millionen Einwohnern sind auch seine Münzmotive.

Würdigung der Nationaldichter

Auf der 2-Euro-Münze findet man ein Abbild von Sloweniens berühmtesten Dichter. France Prešeren lebte zu Beginn des 19. Jahrhunderts und verfasste unter anderem die Nationalhymne des Landes. Ein weiterer “Nationalheld” ist Primož Trubar, das Gesicht der 1-Euro-Münze. Als Geistlicher übersetzte er religiöse Schriften – unter anderem die Bibel – in die slowenische Sprache. Ihm ist es wohl tatsächlich zu verdanken, dass diese erhalten werden konnte und heute noch gesprochen wird.

Gipfelglück und Edelschimmel

Die größte Cent-Münze ziert der höchste Berg Sloweniens: Der Triglav in den Julischen Alpen überragt mit 2.864 Meter alle anderen Gipfel des Landes. Auf dem “Fuffziger” prangt zudem das Sternbild Krebs über der Bergspitze. Für alle Slowenen ist es Ehrensache, einmal im Leben den Triglav zu erklimmen. Als nationales Wahrzeichen schmückt er auch Wappen und Landesfahne.

 

Auf den 20-Cent-Münzen springen zwei Lipizzanerpferde. Die berühmten Schimmel stammen aus einem Gut in Lipica im Südwesten des Landes. Es besteht seit 1580 und ist damit Europas ältestes Gestüt. Inzwischen wird die Edelrasse auf 4 Kontinenten gezüchtet; mehrere Nationen beanspruchen das Zuchtrecht für sich. Übrigens: Lipizzaner werden mit braunem Fell geboren, erst nach sechs bis zehn Jahren zeigt sich bei einem Großteil von ihnen die markante Weißfärbung.

Die 10-Cent-Münzen schmückt ein Entwurf des slowenischen Parlamentsgebäudes. Kurios: Der Bau der in den 40er-Jahren konzipierten „Kathedrale der Freiheit“ mit 120-Meter-Kegelturm wurde damals abgelehnt – aus Bedenken wegen Umsetzbarkeit und Kosten. Doch inzwischen gilt es als frühe Vision der späteren Unabhängigkeit und ist darum auf der Münze verewigt.

Streit um einen Stein

Eine Besonderheit in Slowenien ist, dass – anders als etwa hier in Deutschland – alle acht Euro-Münzen verschiedene Motive zeigen. Auf der 5-Cent-Münze ist ein Sämann abgebildet. Im Gegensatz zu den Franzosen verbinden die Slowenen keine traditionelle Bedeutung mit diesem Motiv. Entscheidend ist vielmehr das Saatgut: Der Mann verteilt 13 Sterne auf dem Boden, welche zusammen mit den zwölf auf jeder Euro-Münze abgebildeten Sterne 25 ergeben. Zum Zeitpunkt der Euro-Einführung in Slowenien 2007 repräsentieren diese Zahlen einerseits die Mitglieder der Eurozone (Slowenien ist das 13. Beitrittsland), andererseits die damals 25 EU-Staaten.

Auf den 2-Cent-Münzen ist der historische Fürstenstein zu sehen. Der Stein ist ein rund 2.000 Jahre altes Stück einer römischen Säule. Er diente vermutlich ab dem 8. Jahrhundert als Herrschaftssymbol slawischer Fürsten im heutigen Slowenien. Dass das Relikt – als eine Art nationaler Gedenkstein – heute in einem Museum im Nachbarland Österreich ausgestellt ist, sorgt immer wieder für politische Spannungen.

Zu guter Letzt ein Storch – der ist in die 1-Cent-Münzen geprägt. In Slowenien sind viele Weißstörche ansässig, die in anderen europäischen Ländern bereits ausgestorben sind. Der Storch war auch schon auf der früheren Währung, dem Tolar, abgebildet. Die neue Münze ist inzwischen europaweit ein beliebtes Präsent zu Geburten.

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