Weltglückstag: Horten Sie Glücks-Cents?

Weltglückstag: Horten Sie Glücks-Cents?

Finanzen im Alltag

15.03.2018

Zugegeben: Glücks-Cent klingt auch 16 Jahre nach der Euro-Einführung immer noch ein bisschen holprig. Doch die Symbolik ist die gleiche wie beim alten Glückspfennig: Ein 1-Cent-Stück auf der Straße zu finden verspricht Reichtum. Ob die Chancen besser stehen, je mehr Glücks-Cents man hat? Das sei mal dahingestellt. Fakt ist aber: Rund ein Viertel der Deutschen hortet die kleinsten Euro-Münzen zuhause. Das geht aus der jüngsten Bundesbank-Studie zum Zahlungsverhalten in Deutschland hervor.

Mehr als Aberglauben gibt es jedoch einen anderen Grund fürs Horten: Zu viel Kleingeld im Portemonnaie stört viele Bundesbürger. 58 Prozent wünschen sich daher laut eineraktuellen Umfrage des Hamburger Marktforschungsinstituts Splendid Research, die 1- und 2-Cent-Münzen abzuschaffen. Das Ergebnis bestätigt eine Umfrage des Bankenverbands von 2016: Damals sprachen sich sogar 62 Prozent der befragten Bundesbürge für die Abschaffung der beiden kleinsten Münzen aus. 

Den Glücks-Cent abschaffen? Andere Länder machen es bereits vor

Für das damit verbundene Auf- und Abrunden des Endbetrags bei Barzahlungen sprechen sich laut aktueller Bundesbank-Studie übrigens knapp die Hälfte der Bundesbürger aus; gut ein Drittel ist dagegen. Einige europäische Länder machen es bereits vor: Finnland, Irland und die Niederlande haben Rundungsregeln eingeführt, Italien will in diesem Jahr folgen. An den Kassen wird dort auf die Fünfer-Stellen gerundet, die 1- und 2-Cent-Münzen kommen nicht mehr zum Einsatz. Die Chance, einen finnischen oder holländischen Glücks-Cent zu finden, ist also gering; es gibt sie meist nur noch als Sammlermünzen.

Grund für die Abschaffung sind vor allem die Kosten: Um 1- oder 2-Cent-Münzen zu prägen und auszuliefern, müssen manche EU-Länder erheblich mehr als den Nominalwert aufwenden. Insgesamt gibt es im Euroraum knapp 60 Milliarden 1- und 2-Cent-Stücke.

Übrigens: Ursprünglich wurden Pfennige nicht nur gesammelt, sondern auch verschenkt – mit dem Wunsch, dass der Empfänger niemals unter finanziellen Nöten leiden muss. So machen es heute immerhin rund zwölf Prozent der Deutschen: Sie geben das Kupfergeld direkt an den Verkäufer zurück – oder werfen die Cent-Stücke in eine Spendenbox. Da bringen sie (in Summe) wirklich Glück.

PS: Wer eine schöne Geschichte über Glücks-Cents lesen möchte, dem empfehlen wir diese Kolumne aus dem SZ Magazin. Bitte anschließend beim Gang über die Straße aber nicht ständig auf den Boden starren... 

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